Egal, in welchem Bereich Sie arbeiten: Sie werden wahrscheinlich nicht darum herumkommen, die eine oder andere Rede halten zu müssen. Auch im Privatleben kann es Situationen geben, die Ihre Eloquenz erfordern. Die Kunst der Rede wurde manchen Menschen regelrecht in die Wiege gelegt. Andere tun sich schwerer, das Publikum in Ihren Bann zu ziehen. Wenn Sie sich eher zur zweiten Gruppe zählen, ist das jedoch kein Grund zum Verzweifeln. Mit unseren Tipps schaffen Sie es auch, Ihr Publikum zu überzeugen.

 

Tipp Nr. 1: Passen Sie die Rede an die Situation an!

Es macht einen Unterschied, ob Sie eine Rede auf der Hochzeit Ihres besten Freundes halten oder ob Sie als Manager vor Ihren Mitarbeitern sprechen. Machen Sie sich also in einem ersten Schritt die Rahmenbedingungen Ihrer Rede bewusst. Wer wird Ihr Publikum sein und wie können Sie mit den Menschen sprechen? Wie viele Menschen werden Ihnen zuhören? Herrscht ein eher lockerer oder förmlicher Umgangston?

Wenn Sie diese Fragen beantworten können, schaffen Sie ein gutes Fundament, auf dem Sie in den nächsten Schritten aufbauen können.

 

Tipp Nr. 2: Bringen Sie Struktur in Ihre Rede!

Ja, es gibt diese Menschen, die aus dem Stegreif eine perfekte Rede halten können. Die sind allerdings rar gesät. Vorbereitung ist in neun von zehn Fällen tatsächlich die halbe Miete. Je besser Sie sich vorbereiten, umso genauer wissen Sie, was Sie sagen wollen, und umso geringer ist die Gefahr eines gefürchteten Blackouts.

Beantworten Sie zu Beginn für sich die Frage, mit welchem Thema Sie sich beschäftigen und was Sie Ihrem Publikum mitgeben möchten. Entwickeln Sie dann eine Struktur und kümmern Sie sich schlussendlich um ein paar gut gewählte Formulierungen und Pointen. Aber übertreiben Sie es nicht damit! Ihr Publikum wird merken, wenn Sie eine auswendig gelernte Rede runterbeten. Spulen Sie also kein genaues Programm ab, sondern geben Sie sich Raum zur Spontaneität.

 

Tipp Nr. 3: Legen Sie Wert auf eine gute Einleitung!

Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck – was für neue Bekanntschaften gilt, gilt auch für die Rede. In den ersten Minuten entscheidet es sich, ob Ihr Publikum Ihnen seine Aufmerksamkeit schenkt oder gelangweilt das Smartphone rausholt. Legen Sie in Ihrer Planung daher besonders großen Wert auf eine fesselnde Einleitung.

Was immer gut funktioniert, sind Anekdoten von kürzlich stattgefundenen Erlebnissen, Geschichten aus Ihrem Leben oder auch der eine oder andere Witz. Vermeiden Sie langweilige Standardphrasen wie „Heute möchte ich mit Ihnen über das Staatsdefizit sprechen“. Damit verlieren Sie auf einen Schlag einen Großteil der Aufmerksamkeit.

 

Tipp Nr. 4: Bündeln Sie die Aufmerksamkeit!

Was schon in der Einleitung gut funktioniert, kommt auch im Rest Ihrer Rede gut an. Humor bündelt nachweislich die kognitiven Ressourcen im Gehirn. Arbeiten Sie mit kleinen Anekdoten, witzigen Alltagsgeschichten, die zum Thema passen, und Selbstironie. Aber Achtung: Nicht jeder ist zum Entertainer geboren. Bleiben Sie authentisch. Wenn Ihnen Humor nicht liegt, versuchen Sie keineswegs, Witze auswendig zu lernen und platt herunterzurasseln. Alternativ können Sie auf Bilder oder Videos zurückgreifen oder Ihr Publikum zur Auflockerung in ein Gespräch verwickeln.

Als Faustregel gilt: Etwa alle zehn Minuten sollten Sie einen kleinen Störer einbauen, damit Ihr Publikum sich ein bisschen erholen kann.

 

Tipp Nr. 5: Kommen Sie zum Punkt

Reden Sie nicht um den heißen Brei herum und verwenden Sie eine Sprache, die Ihr Publikum versteht. Versuchen Sie nicht, Ihr Publikum mit langen Schachtelsätzen und Fachchinesisch zu beeindrucken. Es wird nicht funktionieren. Strukturieren Sie Ihre Sätze lieber einfacher und verwenden Sie normale Alltagssprache.

 

Tipp Nr. 6: Interagieren Sie mit Ihrem Publikum!

Gerade bei längeren Reden sollten Sie darauf achten, Ihr Publikum aktiv mit einzubeziehen. Stellen Sie eine Frage oder bereiten Sie kleine Übungen vor. Scheuen Sie sich auch nicht, Personen direkt anzusprechen. Wichtig ist auch, Augenkontakt zu Ihren Zuhörern zu halten. So fühlen sie sich direkt angesprochen und Sie wirken sofort sympathischer und zugänglicher. Wenn Sie für direkten Augenkontakt zu schüchtern sind, können Sie auch einen Punkt auf der Stirn Ihres Gegenübers knapp über der Augenbraue fixieren. Der Unterschied fällt kaum auf.

 

Tipp Nr. 7: Üben, üben, üben!

Es ist noch kein Redemeister vom Himmel gefallen. Meist gilt: Je leichter es jemandem zu fallen scheint, eine Rede zu halten, umso mehr Arbeit steckte im Vorhinein dahinter. Ärgern Sie sich nicht, wenn Sie nicht sofort die perfekte Rede halten, denn gute Reden sind vor allem Übungssache. Begeben Sie sich oft in Situationen, in denen Sie Ihre Skills unter Beweis stellen müssen. Melden Sie sich freiwillig für eine Präsentation. Ergreifen Sie in Meetings öfter das Wort oder bringen Sie auf dem nächsten Geburtstag einfach mal einen kleinen Toast auf das Geburtstagskind aus.

 

Fazit

Eine professionelle Rede zu halten, bei der die Zuschauer an Ihren Lippen hängen, ist eine Kunst – aber eine, die Sie lernen können. Beachten Sie unsere Redetipps und nutzen Sie jede Gelegenheit, Ihre Redeskills zu verbessern. Sie werden sehen, wie schnell Sie tolle Erfolge erzielen!

Herzliche Grüße,
Mario Grabner

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