Entspannung im Alltag

Dieser Beitrag ist dein ganz persönliches Wellness-Retreat für Zuhause. Bevor zu also weiterliest, mach es dir gemütlich, pack dich in eine kuschelige Decke und lehn dich entspannt zurück.

Denn heute geht es um Entspannung.

Ist dir das schon einmal aufgefallen? Nichts im Leben bleibt immer gleich. Auf eine besonders anstrengende Phase folgen immer ein paar schöne Tage, nach einem Hoch kommt aber auch wieder ein Tief.

Das Leben ist wie deine Herzfrequenz: ein ständiges Auf und Ab. Wäre das Leben immer gleich, wäre die Linie gerade – und du weißt, was das in der Herzfrequenz heißt… 

Das bedeutet also, die Höhen und Tiefen gehören zu unserem Leben dazu – ja, sie sind unser Leben!

Wenn du einmal genau nachdenkst, wirst du bemerken, dass nicht nur wir Menschen einem ständigen Zyklus von Auf und Ab unterlegen sind. Auch in der Natur, in allen lebenden Systemen findet ein ständiger Wechsel zwischen erhöhter und verminderter Aktivität statt: 

Anspannung – Entspannung, Belastung – Erholung, Wachzustand – Schlaf, Zusammenziehen – Lösen, Ebbe – Flut…

Für viele von uns ist es allerdings die schwierigste Aufgabe, zu erkennen, wann und wie wir uns entspannen können.

Hast du selbst bereits den optimalen Ausgleich zwischen Anspannung und Entspannung, Arbeit und Freizeit, Training und Erholung gefunden?

Die bewusste Integration von Entspannungstechniken in den Alltag ermöglicht es uns, die Balance zwischen Anspannung und Entspannung aufrechtzuerhalten und so unsere Lebensqualität zu steigern. 

Indem du dir regelmäßig Zeit für Entspannung nimmst, kannst du sowohl deine körperliche als auch mentale Gesundheit fördern und so eine optimale Leistungsfähigkeit erreichen.

Lies bis zum Ende für die spannendsten Facts zum Thema Entspannung und einfache Techniken, die du so vielleicht noch nicht kennst.

 

Die Zyklen der Natur

Wie gesagt verläuft auch alles um uns herum zyklisch. Das ständige Wechselspiel von Entspannung und Anspannung lässt sich beispielsweise wunderbar anhand der Jahreszeiten beobachten:

Denken wir an die majestätischen Bäume, die gerade jetzt im Frühling zum Leben erweckt werden, ihre Blütenpracht entfalten und voller Energie pulsieren.

Doch während des sommerlichen Höhepunkts beginnt allmählich eine Veränderung: Die Bäume nehmen sich im Herbst eine wohlverdiente Auszeit, wenn ihre Blätter sich verfärben und langsam abfallen.

Im Winter ruhen die Bäume, sie lassen ihre äußere Aktivität hinter sich und ziehen ihre Energie nach innen. Während dieser Zeit sammeln sie Kraft, um im nächsten Frühling erneut blühen zu können.

Genauso wie die Jahreszeiten uns den Wechsel zwischen Anspannung und Entspannung zeigen, können auch wir Menschen von diesem natürlichen Rhythmus lernen.

Um eine Balance im System herzustellen bzw. beizubehalten, ist also der regelmäßige Wechsel zwischen Anspannungs- und Entspannungsphasen wichtig. 

Aber Achtung: Zu lange Entspannungs- bzw. Passivitätsphasen sind für den Organismus genauso unnatürlich und schädigend wie zu lange Belastung.

 

Die positiven Wirkungen von Entspannung

Wir möchten aber vor allem auf die positiven Effekte von Entspannung eingehen – denn sind wir uns ehrlich: Entspannung kommt in unserem Alltag häufig zu kurz.

Dabei hat sie so viele positive Wirkungen, nicht nur auf den Körper, sondern auch auf unseren Geist:

Sie hilft, den Puls und den Blutdruck zu senken und fördert die Entspannung der Muskeln. Dies ist besonders wichtig, da Muskelverspannungen oft zu weiteren Beschwerden wie Kopfschmerzen und Rückenschmerzen führen können. 

Entspannungstechniken verlangsamen zudem die Atmung und beruhigen sie, was zu einer größeren Gleichmäßigkeit von Atmung und Herzschlag führt. Diese physiologischen Veränderungen sind nicht nur unmittelbar spürbar, sondern haben auch langfristig positive Effekte auf unsere Gesundheit – Wellness für Zuhause eben. 😉

Auf psychologischer Ebene reduziert Entspannung die körperlich-emotionale Erregung, die besonders in Stresssituationen auftritt. Dies führt zu einer erhöhten Belastbarkeit und besseren Stressbewältigung. Darüber hinaus kann regelmäßige Entspannung Befindlichkeitsstörungen bei Nervosität und depressiven Verstimmungen verbessern. Sie trägt dazu bei, ein Gefühl der Wärme zu erzeugen, verbessert die Durchblutung der Extremitäten und fördert die Organdurchblutung. 

Diese Veränderungen können dazu beitragen, dass sich das allgemeine Wohlbefinden verbessert und bestehende psychosomatische Beschwerden wie Spannungskopfschmerzen sowie Herz- oder Kreislauf-Störungen verringert werden.

 

Was trägt zu deiner Entspannung bei?

Gehirnwellen

Gehirnwellen sind elektrische Impulse im Gehirn, die in verschiedenen Frequenzen auftreten und unsere geistige Aktivität widerspiegeln.

Mit der Verfassung einer Person verändern sich auch ihre Gehirnwellen; so unterscheiden sich zum Beispiel die Gehirnwellen einer schlafenden Person massiv von denen einer wachen Person.

Es gibt verschiedene Typen von Gehirnwellen, die jeweils unterschiedliche Bewusstseinszustände repräsentieren:

Beta-Wellen (10-30 Hz) sind dominant, wenn wir aktiv, aufmerksam und engagiert in Problemlösungen sind. Diese Wellen sind besonders hochfrequent und stehen im Zusammenhang mit einem Zustand mentaler Aktivität und Wachsamkeit.

Delta-Wellen (0,5-4 Hz) hingegen sind sehr langsam und treten hauptsächlich während des tiefen Schlafs, wenn keine Träume stattfinden, aber auch einer tiefen Trance auf. Sie sind entscheidend für Erholung und Heilung.

Für Entspannung sind besonders die Alpha- und Theta-Wellen wichtig.

Alpha-Wellen (8-13 Hz) treten auf, wenn wir entspannt, aber immer noch wach sind. Sie sind typisch für Phasen leichter Meditation oder beim Tagträumen. Diese Wellen helfen dabei, Stress zu reduzieren, indem sie uns in einen ruhigen, friedlichen Zustand versetzen.

Theta-Wellen (6,5-8 Hz) sind noch tiefer und treten während tiefer Meditation oder im leichten Schlaf auf. Sie fördern die Entspannung auf einem noch tieferen Level und können die Kreativität und Intuition steigern.

Wie kannst du dir nun mit den Gehirnwellen Wellness nach Hause holen? Nun, letztere beiden können durch verschiedene Entspannungstechniken wie Meditation, tiefe Atemübungen oder durch das Hören von spezieller Musik, die auf diese Frequenzen abgestimmt ist, stimuliert werden. Versuche doch einmal, diese Gehirnwellen durch Musik auf dieser Frequenz gezielt einzusetzen.

Eine Mitarbeiterin bei uns nutzt beispielsweise oft Gamma-Wellen (38-100 Hz), wenn sie lernt oder sehr fokussiert sein möchte, da diese tiefes Denken und schnelle Informationsverarbeitung fördern.

 

Der Vagusnerv

Wie du wahrscheinlich schon weißt, spielt das Nervensystem eine zentrale Rolle bei der Entspannung. 

Was weniger bekannt ist: Vor allem der Vagusnerv, der längste Nerv in unserem Körper, spielt hier eine tragende Rolle. Dieser Nerv beeinflusst nicht nur unser Gesicht, sondern auch die Aktivität vieler Organe, darunter das Herz, die Lunge sowie den Magen-Darm-Trakt und ist für die Steuerung anderer innerer Organe zuständig.

Er wird auch als “Selbstheilungsnerv” bezeichnet und ist der sogenannte Gegenspieler zum Sympathikus, welcher uns ermöglicht, Höchstleistungen zu erbringen

 

Entspannung in 10 Minuten

Aber wie kannst du den Vagusnerv Zuhause für einen kurzen Wellness-Moment aktivieren? Hier sind ein paar einfache Tipps, die du in 10 Minuten – oder auch sofort – umsetzen kannst.

Atemübungen: Atme tief ein und aus. Mach das gleich jetzt! 3 tiefe, bewusste Atemzüge beruhigen und entspannen dich sofort.

Bewegung: Geh raus, beweg dich! Ein kurzer Spaziergang hilft dir, deinen Kopf frei zu bekommen und aktiviert gleichzeitig deinen Vagusnerv. Das ist wie ein Mini-Urlaub für dein Gehirn.

Massage: Gib dir selbst eine liebevolle Kopfmassage oder lass es jemand anderen tun. Klingt einfach, ist es auch und fühlt sich super an!

Umarmungen: Umarme jemanden. Eine feste Umarmung kann Wunder für dein Nervensystem wirken. Hast du schon heute jemanden umarmt?

Sport: Mach ein paar Yoga-Übungen. Selbst einfache Yoga-Posen können helfen, dich zu entspannen und deinen Vagusnerv zu stimulieren.

Meditation: Meditiere ein paar Minuten. Schließe deine Augen und konzentriere dich nur auf deinen Atem oder mache einen Bodyscan. Das beruhigt nicht nur, es stärkt auch deinen Vagusnerv.

Kaltes Wasser! Ja, wirklich. Spritz dir ein bisschen kaltes Wasser ins Gesicht oder lass es über deine Handgelenke laufen. Es erfrischt und belebt!

 

Woraus besteht dein persönliches Wellness-Retreat?

Jetzt hast du einige Tipps kennengelernt, die du ganz bequem in deinen Alltag integrieren kannst. Welcher davon wird ein fester Bestandteil deiner persönlichen Routine?

Du wirst sehen, wie gut es dir tut, dir nur ein paar Minuten für dich zu nehmen. Aber überfordere dich bitte nicht. Suche dir deine 1-2 Lieblingsmethoden aus und wiederhole sie öfter, um deinen Körper daran zu gewöhnen. So holst du dir garantiert das Beste raus. 

Findest du das Feld der Entspannung auch so interessant wie ich? Dann empfehle ich dir wärmstens, einen Blick in unsere Ausbildung zum Zert. Mentalcoach zu werfen. 

Darin erlebst du nicht nur zahlreiche Entspannungs-Techniken selbst, sondern beschäftigst dich allgemein damit, wie unser Gehirn tickt und wie wir es durch unsere Handlungen bestmöglich unterstützen können. 

Bis dahin wünsche ich dir viel Spaß beim Ausprobieren!

Herzlichst,

Carmen