Jeder, der ein Unternehmen oder auch nur eine Abteilung führt, wünscht sich motivierte Mitarbeiter, die mit Freude ihrer Arbeit nachgehen. Leider wird die Mitarbeitermotivation als Aufgabe der Führungskraft häufig vernachlässigt. Die Folge: Die Mitarbeiter wirken lustlos, erledigen ihre Arbeit schlechter und es herrscht ein schlechtes Arbeitsklima. Mitarbeitermotivation ist also zu einem großen Teil Chefsache. Mit diesen 6 Tipps schaffen Sie es, Ihre Mitarbeiter langfristig zu motivieren.
Inhaltsverzeichnis
Extrinsische vs. Intrinsische Motivation
Bevor Sie sich mit dem Thema Motivation auseinandersetzen, solltest du zunächst zwischen intrinsischer und extrinsischer Motivation unterscheiden können. Hier findest du einen kurzen Überblick:
Intrinsische Motivation
Mit intrinsischer Motivation sind die Impulse gemeint, die vom Mitarbeiter selbst kommen. Das bedeutet, der Mitarbeiter ist von sich aus motiviert, seine Arbeit gut zu erledigen, beispielsweise, weil es sein Traumberuf ist, ihm die Arbeit Spaß macht oder er um die Bedeutsamkeit seiner Arbeit weiß, weil beispielsweise Menschenleben davon abhängen.
Extrinsische Motivation
Hierunter fallen sämtliche äußeren Anreize, die Sie Ihrem Mitarbeiter bieten. Klassische Beispiele dafür sind etwa Gehaltserhöhungen, Boni, ein schöneres Büro etc. Aber auch die Angst vor etwaigen negativen Konsequenzen kann extrinsisch motivieren. Bist du als Führungskraft beispielsweise dafür bekannt, schnell Abmahnungen auszusprechen, wird dies ebenso dazu beitragen, dass deine Mitarbeiter versuchen, bessere Arbeit zu leisten.
Welche Motivation ist die richtige?
Es ist wichtig, diese Unterscheidung zu kennen, um die richtigen Anreize setzen zu können. Extrinsische und intrinsische Motivation können und sollen nebeneinander existieren, doch viele Führungskräfte machen den Fehler, ihre Mitarbeiter nur mit extrinsischen Anreizen zu motivieren und die intrinsischen zu vergessen.
Das kann kurzfristig zwar sehr gut funktionieren, aber Achtung: Zu viele extrinsische Anreize können dafür sorgen, dass die intrinsische Motivation dadurch verdrängt wird. Man spricht hier von einem Crowding-Out-Effekt.
Zusammenfassend gesagt: Du kannst Mitarbeiter ruhig extrinsisch motivieren, allerdings solltest du bedenken, dass dies vor allem positive Kurzzeiteffekte haben wird. Willst du deine Mitarbeiter wirklich langfristig motivieren, solltest du auf die intrinsische Motivation abzielen.
Motivationstipp Nr. 1: Höre deinen Mitarbeitern zu!
Wie gut kennst du deine Mitarbeiter eigentlich? Nimm dir regelmäßig Zeit für einen Austausch. Mindestens zwei feste Termine im Jahr für ein Mitarbeitergespräch sind zu empfehlen. Dazwischen können einige weitere kürzere Gespräche anberaumt werden.
Um das Meiste aus diesen Gesprächen rausholen zu können, sollten Sie nicht nur einem Leitfaden einer Karrierebibel folgen, sondern die Fragen auf den jeweiligen Mitarbeiter zuschneiden und vor allem: richtig zuhören. Was wünscht sich Ihr Mitarbeiter? Was fehlt ihm?
Geben Sie Ihrem Mitarbeiter die Möglichkeit, offen mit Ihnen zu sprechen. Nur so findest du heraus, was er sich wünscht, und kannst diese Wünsche berücksichtigen, um seine Motivation nachhaltig zu steigern.
Motivationstipp Nr. 2: Schaffe eine angenehme Arbeitsatmosphäre
Wenige Menschen schaffen es, langfristig motiviert zu bleiben, wenn die Arbeitsatmosphäre vergiftet ist. Eine schlechte Arbeitsatmosphäre kann sich unterschiedlich äußern.
Beispielsweise können die Räumlichkeiten schuld daran sein, dass die Mitarbeiter sich nicht wohl fühlen, weil beispielsweise keine Rückzugsmöglichkeiten gegeben sind, es im Büro zu laut ist oder das Licht schlecht ist. Solche räumlichen Gegebenheiten lassen sich meist mit wenigen Maßnahmen ändern.
Motivationstipp Nr. 3: Sorge für einen respektvollen Umgang
Schwieriger wird es, wenn die Stimmung unter den Mitarbeitern eine angespannte Atmosphäre schafft. Beobachte daher deine Mitarbeiter im Umgang miteinander. Gehen sie freundlich und wertschätzend miteinander um oder merkst du, dass beispielsweise jemand gemobbt wird? In diesem Fall sollte unbedingt eingegriffen- und ein klärendes Gespräch anberaumt werden.
Das gilt übrigens auch für dich selbst! Vorgesetzte, die ihre Mitarbeiter vor allen anderen kritisieren, erreichen damit nichts, abgesehen davon, dass die Mitarbeiter sich bloßgestellt fühlen und vielleicht sogar verletzt sind. Wenn du ein Problem mit einem Mitarbeiter oder seinen Leistungen hast, lade ihn zu einem Vier-Augen-Gespräch ein und kläre sachlich und präzise, womit du nicht einverstanden warst.
Motivationstipp Nr. 4: Sprich Lob aus
Viele Mitarbeiter fühlen sich von ihren Vorgesetzten zu wenig wertgeschätzt, beispielsweise wenn sie zahlreiche Überstunden geleistet haben, um bei der Fertigstellung eines Projekts zu helfen und dafür nicht mal ein „Danke“ zu hören bekommen. Dabei brauchen Mitarbeiter Lob, da es auch als wertvolles Feedback dient und Wertschätzung entgegenbringt.
Übertreiben sollte man es damit nicht, da das Lob ansonsten an Bedeutung verliert oder gar nicht mehr ernst genommen wird. Bei herausragenden Leistungen ist es jedoch durchaus angebracht.
Generell solltest du eine anerkennende Haltung gegenüber deinen Mitarbeitern zeigen und ihnen vergewissern, dass du sie als Person respektierst. Auch dies trägt positiv zur Mitarbeitermotivation bei.
Motivationstipp Nr. 5: Gewähre deinen Mitarbeitern Autonomie
Viele Mitarbeiter wünschen sich, mehr Verantwortung im Unternehmen tragen zu dürfen. Wer selbständig an einer Aufgabe arbeitet, ist für deren Gelingen verantwortlich – da will niemand scheitern. Indem man Mitarbeitern den nötigen Freiraum gibt, um selbständig an ihren Aufgaben zu arbeiten, kann die intrinsische Motivation bei den meisten Mitarbeitern gesteigert werden.
Das heißt konkret: Überwache nicht jeden Schritt Ihrer Mitarbeiter, sondern bringe ihnen Vertrauen entgegen. Delegiere auch mal Entscheidungen und gib etwas Kontrolle ab.
Achtung: Diese Möglichkeit ist nur bedingt zu empfehlen, wenn deine Mitarbeiter schon den Vorwurf geäußert haben, überfordert zu sein oder sich allein gelassen zu fühlen!
Motivationstipp Nr. 6: Kümmere dich um die Gesundheit deiner Mitarbeiter
Gerade in Büros sitzt man viel und bewegt sich wenig, was langfristig zu Haltungsschäden und bei zusätzlich falscher Ernährung auch zu Übergewicht führen kann. Auch hier kann man als Führungskraft Anreize liefern, indem man beispielsweise gesunde Snacks, Obst und Wasser zur Verfügung stellt.
Viele Unternehmen bieten Ihren Mitarbeitern auch vergünstigte Fitnessstudio-Mitgliedschaften oder die kostenlose Teilnahme an Gesundheitskursen an. Vielleicht wäre das ja auch etwas für deine Mitarbeiter?
Fazit zu gelungener Mitarbeitermotivation
Gute Mitarbeiterführung gelingt nur mit der richtigen Motivation. Natürlich können Gehaltserhöhungen oder Bonuszahlungen kurzfristig die richtigen Anreize schaffen, doch du wirst die Erfahrung machen, dass der positive Effekt, der sich daraus ergibt, schnell wieder verschwindet.
Setze daher bei der Mitarbeitermotivation auf Anreize, die auf die intrinsische Motivation deiner Mitarbeiter abzielen. Bei den oben genannten Tipps ist sicher der Richtige dabei!
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